Allgemein Gesundheit

Ältere Menschen werden oft benachteiligt

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Rund 20 Prozent aller Menschen in
Deutschland sind 65 Jahre und älter. In den nächsten Jahren werden
es noch mehr werden. Senioren werden oft mit Altersgrenzen
konfrontiert: beispielsweise beim Abschluss einer Versicherung, bei
der Vergabe von Krediten oder im Ehrenamt. In seinem Beitrag vom
20. Mai beschäftigt sich VdK-TV mit dem Thema
Altersdiskriminierung.

Das Thema Altersdiskriminierung wird
gesellschaftlich kaum debattiert. | ©
imago images / Winfried Rothermel

Unter Diskriminierung versteht man die Ungleichbehandlung einer
Person aufgrund einer oder mehrerer Eigenschaften. Einen sachlichen
Grund für diese Ungleichbehandlung gibt es nicht. Diskriminierung
kommt in vielen Bereichen vor, am häufigsten jedoch bei älteren
Menschen. Laut einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des
Bundes (ADS) erlebten 11,2 Prozent der
Befragten zwischen 45 und 59 Jahren sowie 15,3 Prozent der
60-Jährigen im Jahr 2017 eine Schlechterbehandlung aufgrund ihres
Alters. Betroffene wissen oft nicht, wo sie Informationen, Beratung
und Hilfe bekommen können.

Dr. Ludger Klein vom Institut für Sozialarbeit und
Sozialpädagogik (ISS) in Frankfurt am
Main hat sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Im
Praxisforschungsprojekt „Diskriminierung älterer
Menschen“
geht er der Frage nach, in welchen Bereichen und
wie das Leben von Senioren durch Altersgrenzen eingeschränkt wird.
Dazu hat er die Erlebnisse vieler älterer Menschen gesammelt und
wissenschaftlich aufbereitet. Zwei Senioren, die aufgrund ihres
Alters ihren Beruf aufgeben mussten, obwohl sie gerne noch
weitergemacht hätten, kommen auch im Filmbeitrag von VdK-TV zu
Wort.

Es geht aber auch anders: In einigen Ehrenämtern, wie
beispielsweise bei Schöffen oder bei Helfern des Technischen
Hilfswerks (THW), gelten starre
Altersgrenzen. In Koblenz hat sich der städtische Seniorenbeirat
dafür eingesetzt, dass diese aufgehoben werden. Der
Beiratsvorsitzende, Professor Dr. Heinz-Günther Borck, hielt diese
Diskriminierung für unvereinbar mit dem Willkürverbot von
Grundgesetz und Landesverfassung. Der Koblenzer Stadtrat hat
einstimmig entschieden, dass bei der Vergabe von Ehrenämtern das
Alter ab sofort keine Rolle mehr spielt. Das entscheidende
Kriterium soll nur noch die persönliche Eignung sein.

Darüber hinaus fordert der Koblenzer Stadtrat die
Landesregierung von Rheinland-Pfalz auf, darauf hinzuwirken, dass
Altersgrenzen im Ehrenamt generell abgeschafft werden. Angesichts
der demografischen Entwicklung würden so immer mehr Menschen von
Ehrenämtern ausgeschlossen, begründete das Gremium seine Forderung.
Dies erschwere die Arbeit der Kommunen und spalte die Gesellschaft.
Der Seniorenbeirat hofft, dass die von der Europäischen Union 2012
geforderte demokratische Teilhabe auch von Senioren nun rechtlich
verankert wird.

Hier geht es zum Video-Kanal des Sozialverbands VdK: www.vdktv.de

ali

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